Was sind Faszien?

In diesem Artikel versuchen wir zu erklären, um was es sich bei Faszien handelt. Faszien übernehmen als Bestandteil des Bindegewebes bedeutende Funktionen wahr. Diese Funktionen werden im ersten Abschnitt beschrieben.

Im zweiten Teil dieses Artikel werden wir auf die Entwicklung in der Faszien-Behandlung und -Forschung eingehen. Diesem Teil des Bindegewebes wurde lange Zeit eine geringe Bedeutung zugewiesen, der aktuelle Stand und welche Gegenbewegung es gibt werden wir in diesem Teil beschreiben.

Im dritten Abschnitt werden wir Faszien kategorisieren (oberflächliche, tiefe und viszerale Faszien) und ihre Aufgaben kurz beschreiben.

Begriff-Definition Faszien und Bindegewebe

Der Begriff Faszien wird vom lateinischen Begriff für Band oder Bündel abgeleitet. Faszien sind ein Teil des Bindegewebes (Weichteilkomponente), welche den ganzen Körper in einer Art Spannungsnetzwerk umhüllen.

Dieses Netzwerk sorgt dafür, dass die verschiedenen Teile des Körpers zusammenhalten. Diese verschiedenen Teile des Körpers sind beispielsweise Organe, Knochen, Knorpel, Sehnen oder Nerven. Man kann sich die Faszien als auch Stoßdämpfer des Körpers vorstellen. Diese schützen die Bestandteile vor negativen Folgen und unterstützen dabei auch die Immunabwehr.

Eine weitere Möglichkeit um sich Faszien bildhaft vorzustellen ist das Bild eines 3-D-Netzwerkes.

Faszien durchziehen dabei den gesamten Körper. Jeder der schon mal ein rohes Stück Steak bearbeitet hat kann sich Faszien sehr gut vorstellen. Das ist jene milchig weiße Schicht, welche das Fleisch überzieht.

Historie – oder warum Faszien auf einmal beachtet wurden

Für eine lange Zeit wurde die Bedeutung von Faszien als vernachlässigbar eingestuft. Diese wurden oft als Nebenprodukt der Muskeln betrachtet und die Funktionalität dieser weder beachtet noch erforscht.

Eine gegenläufige Entwicklung, die aktive Behandlung von Faszien, wurde von den Rolfing-Therapeuten praktiziert. Die Rolfing-Methode wurde bereits in den 50er Jahren von der amerikanischen Biochemikerin Ida Rolf entwickelt.

Ihre Behandlungsmethode, welche heute von sogenannten Rolfern praktiziert wird, setzt auf die Bedeutung von Faszien bei der Behandlung von Fehlhaltungen oder chronischen Schmerzen wie beispielsweise Rückenschmerzen als Auswirkung von Fehlbelastungen oder von Unfällen.

Wie zu dieser Zeit und teilweise auch noch heute üblich, wurde vor allem die Muskelbehandlung bei dieser Art von Problemen näher betrachtet und behandelt. Ihrer Ansicht nach, und heute wissenschaftlich belegt, liefern die Faszien einen bedeutenden Teil für die korrekte und damit schmerzfreie Körperhaltung bei.

Ein weiterer Pionier der Faszienforschung ist Dr. Robert Schleip. Schleip ist Mitinitiator des ersten internationalen Faszien-Kongresses 2007 (Fascia Research Congress). Seit 2008 ist Schleip Direktor der Fascia Research Group an der Universität Ulm.

Robert Schleip ist seit über 30 Jahren praktizierender Rolfer. Da Nachweise über die Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode fehlten entschloss er sich in die Forschung zu gehen. Mithilfe von Forschungsergebnissen und neuen Diagnosetechniken kann nun die Bedeutung von Faszien bei Problemen wie beispielsweise chronischen Rückenschmerzen nachgewiesen werden.

Arten von Faszien

Eine Einteilung der Faszien kann in die drei folgenden Gruppen erfolgen:

  • Oberflächliche Faszien
  • Tiefe Faszien
  • Viszerale Faszien

Oberflächliche Faszien

Diese Art der Faszien befindet sich im Unterhautgewebe, d.h. direkt unter der Haut. Diese Faszien übernehmen die Aufgaben der Fett- und Wasserspeicherung. Diese Art ist dehnfähig was bedeutet, dass beispielsweise im Fall einer Schwangerschaft diese erweitert werden.

Tiefe Faszien

Diese Faszien liegen unter einer Fettschicht und sind im Vergleich zu den oberflächlichen Faszien viel weniger dehnbar. Die Aufgaben dieser Faszien umfassen die Durchdringung und Umschließung von Knochen, Muskeln oder Nervenbahnen und sind auch für die Schmerzweiterleitung verantwortlich.

Viszerale Faszien

Viszerale Faszien (oder Organ-Faszien)sind für den Schutz von Organen verantwortlich. Außerdem zeichnen sie sich auch dafür verantwortlich, dass Organe an ihren angestammten Platz bleiben. Beispielhafte Faszien dieser Art sind die Hirnhaut, der Herzbeutel oder die Nieren-Faszie.

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